Freizeitsportler kochen zukünftig ihre eigene „Suppe“
 

Bereits vor 5000 Jahren wurde in Mesopotamien fast die Hälfte der Gerstenernte für die Bierherstellung verwendet. 500 Jahre später machten die alten Ägypter das Bier zum Volksgetränk und man kannte bereits über 20 Biersorten, was wissenschaftlich durch archäologische Funde belegt ist. Natürlich war das damalige Bier geschmacklich nicht vergleichbar mit dem heutigen Gerstensaft, zumal man erst im 11. Jahrhundert den Hopfen für das Bierbrauen entdeckte, der schließlich für ein gaumenfreudiges Bier sorgt.

Da die TVO-Mannen gerne kulturellen Dingen etwas stärker auf den Grund gehen und ein zunächst geplanter „Pyramidenbaukurs“ nicht angeboten wurde, entschied man sich kurzerhand für einen Hobbybierbraukurs, natürlich alles getreu dem Deutschen Reinheitsgebot aus dem Jahre 1516. Der Weg führte die angehenden Hobbybrauer in die Hardt nach Kirrlach, wo zwar der Rebensaft rarer ist als bei uns, aber nicht so das Bier wie sich herausstellen sollte. Hobbybraumeister Thomas Armbruster hat sich nämlich dort auf das Bierbrauen spezialisiert und gibt seine Kenntnisse gerne in sehr ansprechenden und informativen Kursen weiter. Zusätzlich zu den Braukursen betreibt Herr Armbruster ein kleines Geschäft in Kirrlach, in dem man alle Zutaten und Geräte erwerben kann, die zum Bierbrauen benötigt werden. „Immerhin sind 200 Liter selbstgebrautes Bier pro Person und Jahr steuerfrei, wenn es dem Privatgebrauch dient“, informierte der Bier-Mentor.  (Weitere Infos finden Sie im Internet unter  www.der-brauladen.de ).

Über fünf Stunden dauerte das Spektakel rund ums Bier und keiner der Teilnehmer ließ in seiner Aufmerksamkeit nach, so interessant war die Thematik und wurde sie auch vermittelt. Viel Theorie über Malzarten, Biersorten, Stammwürze, Brautemperaturen, Hopfenarten, Gärzeiten, Hefemengen, Brautechnik und -geräte usw. eröffnete den Kurs, was später alles nochmals in den mitgelieferten Unterlagen nachgelesen werden kann. Über die gesamte Kursdauer konnten die Teilnehmer zuvor gebrautes Bier des „Braumeisters“ verkosten, der drei vorzügliche Biersorten anbot. Ein tolles und sehr umfangreiches Vesperbuffet  schaffte die wichtige Grundlage, um auch den folgenden praktischen Teil zu bestehen. Nun ging es ans „Eingemachte“ und nach einer Brauzeit von drei Stunden hatten die Linsabaich ihr erstes selbstgebrautes Bier vor sich, das allerdings noch nicht verkostet werden konnte, da es nach der Abkühlung erst abgefüllt und eine gewisse Reifezeit (Nachgärung) über sich ergehen lassen muss.

Nach diesen umfassenden Informationen ist nun jeder der Teilnehmer in der Lage auch einmal für sein eigenes Bier zu sorgen und die ersten mutigen Hobbybrauer sollen sich bereits schon an die Arbeit gemacht haben. Es besteht also kein Anlaß zur Sorge, wenn es in der nächsten Zeit aus der einen oder anderen „TVO-Bierbrauküche“  dampft und qualmt, es wird ja schließlich nur Bier gebraut. Erklärtes Ziel der Hobbybrauer ist es auch, sich einmal an der Kreation eines eigenen TVO-Bieres zu versuchen, für das bereits die haarsträubendsten Namen gedeutet wurden. Ganz verwegene Brauer träumten dabei sogar schon von schmackhaften Bieren in den Vereinsfarben Rot und Weiß. Aber keine Angst, bis dahin, so war der einhellige Tenor, werden wohl noch einige Hopfenernten vorüberziehen.

 

Der Braukurs im Bild