Chronik der Odenheimer Handballabteilung
Teil I: Von der Gründung bis zum Ende des Feldhandball
Die Odenheimer Handballabteilung hat eine wechselvolle Geschichte. Oft stand die Mannschaft an der Kreisspitze, fiel wieder zurück und kam nach einigen Jahren wieder nach vorne. Angefangen hat es allerdings mit dem Feldhandball. Es war im Jahre 1928, als man sich beim TV Odenheim entschloss eine Mannschaft zu den Verbandsspielen zu melden. Angefangen wurde in der Kreisklasse B. Da im Kreis Bruchsal nicht allzu viele Mannschaften spielten, umfasste die Verbandsrunde auch Gegner aus dem Kreis Heidelberg. Das erste Verbandsspiel wurde in Rettigheim ausgetragen und mit 3:1 gewonnen. Bei diesem Treffen warf Josef Köstel alle drei Tore. Innerhalb von drei Jahren stieg unser Team in die A-Klasse auf. Die ersten Spiele wurden auf dem Sportplatz im Kammerloch ausgetragen. Recht schwierig waren die äußeren Umstände. So wurde zu den Auswärtsspielen mit dem Fahrrad gefahren. Das Vereinslokal war die Bahnhofswirtschaft. Hier zog man den Sportdress an und ging zu Fuß zum Sportplatz. Während dieser Zeit machte die Wirtin Paula einen Kessel Wasser warm, damit die Gäste sich waschen konnten. Anschließend fanden sich die Gäste und Gastgeber im Nebenzimmer der Bahnhofswirtschaft ein, um gemeinsam ein Glas Bier zu trinken. Das Meisterteam des Jahres 1933 umfasste folgende Spieler: Hans Scheuring, W. Müller, Alfred Scheuring, Ludwig Knaus, Alexander Karch, Albert Kornelius, Ludwig Lemle, Peter Scheuring, Franz Berg, Karl Kornelius und Karl Hörner.
Auch nach dem schrecklichen Weltkrieg, bei dem viele Sportkameraden ihr Leben lassen mussten fanden die Odenheimer sich schnell wieder zusammen, um die Handballabteilung neu aufzubauen. Erster Abteilungsleiter war Ludwig Friedrich. Die ersten sportlichen Kontakte wurden mit dem TV Forst aufgenommen. Die Forster wurden später noch ein Gegner, der uns immer alles abverlangte, ja, diese Begegnungen wurden zu echten Knüllern. Vor solchen Treffen war man sich einig, dass der Forster Scharfschütze Heinz Krauth fünf Tore werfen dürfe, dennoch sei die Partie zu gewinnen. Bei mehr als fünf Toren werde die Sache allerdings recht kritisch. 1947 spielte unsere Mannschaft in der Bezirksklasse. 1948 wurde unsere Mannschaft in der Bezirksklasse Zweiter und 1949 gelang der Mannschaft der Aufstieg in die Verbandsliga. Die Mannschaft spielte in der Besetzung: Heller, Kornelius, Lemle, Bott, Hörner, Heckert, Kessler Ernst, Kessler Eugen, Fröhlich, Zorn und Dopf. In der Verbandsliga trafen wir im ersten Spiel auf den TSV Rintheim. Bereits beim Wechsel stand die Partie bereits 8:1 für die Gäste. Als bei Halbzeit der damalige Vorstand Heinrich Wormer die Hintermannschaft ermahnte, etwas härter zur Sache zu gehen, entgegnete Josef Weidemann, die gesamte Hintermannschaft sei schon mehrfach verwarnt. Wir verloren die Partie mit 17:2 und es schien, als ob diese Klasse eine Nummer zu groß für uns sei. Doch die Odenheimer Handballer lernten schnell, im Rückspiel gab es nur noch eine 6:4 Niederlage. Auch 1950 spielten unsere Handballer in der Verbandsliga eine gute Rolle. Da eine neue Klasseneinteilung geplant war, bei der die ersten drei Mannschaften aufstiegen, kämpfte unsere Mannschaft mit letztem Einsatz. Im entscheidenden Spiel gegen TV Bretten unterlagen wir unter dramatischen Umständen nach einer 3:0 Pausenführung mit 3:6. Bei den Aufstiegsspielen lieferte unsere Mannschaft vor einer großen Zuschauerkulisse ein großes Spiel und sie gewann mit 9:8. In der Schlussminute wehrte der großartige Torsteher August Heller einen Freilauf der Oftersheimer bravourös ab. Auch 1951 spielte unsere Mannschaft in der Verbandsliga eine gute Rolle. Unvergessen sind sicherlich auch die Kämpfe gegen den TSV Bulach, die in Landsberger einen Scharfschützen hatten, und die cleveren Odenheimer spielten immer mit einem etwas zu großen Ball. Knappe Ergebnisse wie 4:3, so gewannen wir gegen Bulach, waren an der Tagesordnung. Es darf nicht verschwiegen werden, dass unsere Mannschaft wie gegen Linkenheim mit dem Fahrrad zu den Verbandsspielen fuhr. Heute wäre das undenkbar. Unvergessen auch jener denkwürdige Tag des Verbandsspieles in Brötzingen, als unsere Mannschaft mit dem LKW der Firma Schorle nach Pforzheim fuhr, da in der Reserve zwei Spieler fehlten, sprangen F. Dezenter und Alexander Karch ein und spielten in voller Montur kräftig mit.
Von 1949 - 1952 war Erwin Henrich Abteilungsleiter und 2. Vorsitzender des Schiedsgerichts Verbandsliga Nordbaden. Nach dem Abstieg erkämpfte sich unsere Mannschaft in Kronau unter denkwürdigen Umständen die Meisterschaft. Es gab Gerichtsverhandlungen und Sportkameraden kamen vorübergehend in Untersuchungshaft. Aber die Irrtümer wurden schnell aufgeklärt und die Sportkameraden waren bald wieder frei. An der Meisterschaft waren folgende Sportkameraden beteiligt: Mattern, Bott, Dopfer, Kornelius, Lemle, Zoz, Kessler Ernst, Kessler Eugen, Hörner A., Fröhlich und H. Dopf. Es folgte ein wechselvoller Auf- und Abstieg, wie die Geschichte der Odenheimer Handballer immer abwechslungsreich war. Abwechslungsreich war auch das wichtige Spiel unserer Mannschaft in Oberhausen um den Aufstieg in die Bezirksklasse. Die Odenheimer, die mit einem starken Anhang angereist waren, lagen bis zum Wechsel mit 7:1 im Rückstand, doch nach dem Wechsel gelang unserer Mannschaft mit Windunterstützung noch ein 8:7 Erfolg. In den 60iger Jahren kam der Hallenhandball immer mehr auf, so dass sowohl Feld- als auch Hallenhandball gespielt wurde.
Eine gute Jugendarbeit sorgte dafür, dass unser Team 1965 Kreismeister wurde. Die Mannschaft spielte mit: Kessler, Hörner, Schroth, Henrich, Reder, Debelt, Wolf l, Fröhlich, Friedrich, Försching, Peter und Schäfer. Auch die Kreispokalmeisterschaft wurde von diesem Team erkämpft. Da ein Großteil der Spieler auch in der neuen Saison noch mitwirkte, blieb auch diesmal der Erfolg nicht aus und die Kreismeisterschaft wurde wiederum erkämpft. In der Mannschaft spielten damals: Schroth, Wacker, Hörner, Wölfl, Kessler, Heck, Arzt, Fröhlich, Försching, Friedrich, Stricker, Peter. Mit diesen Talenten, die über ein Jahrzehnt auch den Stamm unseres Teams bildeten gelang unserem Team die Feldmeisterschaft zu erringen, das Spiel um den Aufstieg zur Bezirksklasse verloren wir in Rot, im Oktober 1970, gegen Walldorf nach großem Kampf mit 13: 12 etwas unglücklich. &Üuml;ber viele Jahre wurde unser Team von Spielertrainer Plus Dammert betreut. Nach Dammert übernahm Peter Weber aus Helmsheim das Training. Er wurde von Abteilungsleiter Alexander Karch verpflichtet der die Hanballabteilung des TV Odenheim 13 Jahre mit viel Begeisterung und Idealismus geführt hat. Mit der Verpflichtung von Peter Weber passte man sich dem Trend der Zeit an, denn ab 1974 wurde kein Feldhandball mehr gespielt. Die Hauptkonzentration lag nun auf dem Hallenhandball.
Der Artikel wurde von unserem langjährigen Pressewart, Leichtathlet, Tischtennis- und Handball-Spieler Fridolin Dezenter verfasst.
