Chronik der Odenheimer Handballabteilung
Teil II: Der Hallenhandball
In den 60-iger Jahren wurde die Kreismeisterschaft im Hallenhandball in Turnierform ausgetragen. Die Kreismeister spielten dann den Badischen Meister aus. Der Badische Meister spielte um die Süddeutsche Meisterschaft und der Sieger aus diesem Turnier spielte um die Deutsche Meisterschaft.
Da dies eine langwierige Prozedur war ging man in den Verbänden und Handballkreisen dazu über Ligen und Divisionen einzuführen. Im Jahr 1965 und 1966 wurden die Kreismeisterschaften in der neuen Odenheimer Turnhalle ausgetragen. Die Odenheimer spielten im Kreis Bruchsal in der 1. Division die gespickt war mit starken Vereinen. In der acht Mannschaften starken Division musste man sich mit der TSG Kronau, dem TV Helmsheim, der TSG Bruchsal, dem TV Kirrlach und jährlich messen. Im Feld dieser starken Gegner konnte sich die 1. Mannschaft bis 1971 halten und erreichte Platzierungen zwischen Platz 3 und 6. Der TV wurde in diesen Jahren von den Spielern H. Kornelius, E. Kessler, P. Stricker, G. Kring, H. Lahres, G. Stamm, G. Bott, E. Weidemann, A. Braun, H. Mahlschnee, W. Kober, W. Schroth, H. Ams, G. Schneider, A. Molitor und G. Köhler vertreten.
Mit Herbert Kornelius wurde 1973 ein neuer Abteilungsleiter gewählt. Er hatte die Spieler die jetzt den Kern der 1. Mannschaft bildeten, über lange Jahre als Jugendleiter und Spielwart betreut. Er und der neue Trainer Peter Weber verstanden es, eine ehrgeizige Truppe aufzubauen, bei der auch die Kameradschaft nicht zu kurz kam. Nach dem Aufstieg 1974 in die 1. Division erkämpfte sich die Mannschaft hinter dem TV Kirrlach die Vizemeisterschaft. Mit dieser Mannschaft gelang es 1977 in die Landesliga aufzusteigen. Die Landesliga war in jenen Jahren die zweit höchste Liga im Verband. Auch der neue Trainer Marx konnte den Abstieg aus der Landesliga nicht verhindern. Sicher hatten aber unsere Spieler das Rüstzeug bald in die Landesliga zurückzukehren. Nachdem man in der Saison 1977/78 aus der Landesliga absteigen musste, war das erklärte Ziel, so schnell als möglich den Aufstieg zu schaffen.
Klaus Hörner wurde als neuer Trainer verpflichtet. Die erste Mannschaft schlug sich recht gut und sie konnte sich am Ende der Vorrunde auf dem dritten Tabellenplatz behaupten. Trotz großer Anstrengungen reichte es auch in der Rückrunde nicht mehr, die Spitze zu erkämpfen. Die Mannschaft erreichte einen dritten Tabellenplatz. Überraschend gab Trainer Klaus Hörner nach der Runde seinen Trainerposten ab. Mit dem Malscher Heinzmann hoffte man in der Saison 1979/80 den Aufstieg zu erreichen.
Die Reserve spielte in der zweiten Division. Auch in dieser Runde waren die Odenheimer immer in der Spitzengruppe zu finden, doch trotz großer Anstrengungen wurde der dritte Tabellenplatz erkämpft. Da in der neuen Saison die erste Division von 10 auf 12 Mannschaften erhöht wurde, stiegen vier Mannschaften in die erste Division auf. Wäre unsere erste Mannschaft aufgestiegen, so hätte auch unsere Reserve aufsteigen können, da sie einen Aufstiegsplatz erkämpft hatte. Zu Beginn der Saison 1980/81 machte man sich im Odenheimer Lager große Hoffnungen das Aufstiegsziel zu erreichen, da man in den letzten Jahren immer in der Spitzengruppe zu finden war. Mit dem TV Forst, TV Sulzfeld, TSV Graben und dem TV Hambrücken kamen vier neue Mannschaften, die den Meisterschaftsverlauf etwas spannender gestalten sollten. Niemand im Odenheimer Lager dachte nur an die Möglichkeit eines Abstiegs. Die Runde begann zwar nicht gerade gut für unsere Mannschaft, die sich lange im Mittelfeld hielt. Doch da es nicht lief, kam die Hektik und Nervosität dazu und so wurden Heimspiele verloren, die normalerweise klar hätten gewonnen werden müssen. Die Odenheimer Handballer zeigten nie große Nervenstärke. In vielen wichtigen Spielen gab es nur deswegen Niederlagen. Die junge Truppe machte dies nicht besser und so kam sie plötzlich in den Abstiegsstrudel. Da man wusste, dass vier Mannschaften absteigen würden, war der Abstiegskampf voller Dramatik. Lange sah es so aus, als ob die Truppe sich noch retten könnte. Abteilungsleiter Herbert Kornelius verbreitete immer großen Optimismus, dennoch war am Ende der Saison der Abstieg in die zweite Division Wirklichkeit.
Somit waren die Odenheimer an einem Tiefpunkt angelangt und der Neuaufbau musste begonnen werden. In der Saison 1981/82 musste unsere Mannschaft in der zweiten Division spielen. Nach einigen Querelen mit dem Kreis konnte auch unsere zweite Mannschaft in der gleichen Klasse spielen. Die Absicht des Kreises war, dass unsere Reserve als zweite Mannschaft spielen sollte. Mit dem Trainer Herbert Schroth hoffte man den Aufstieg wieder zu erreichen. Der Start war jedoch denkbar schlecht, denn bereits das erste Spiel gegen Forst ging verloren. Doch die Mannen um Abteilungsleiter Herbert Kornelius gaben nicht auf. Erstmals seit langer Zeit konnte man die Spiele in der eigenen Halle bestreiten. Die Mannschaft konnte sich steigern und die Halbzeitmeisterschaft erkämpfen. Auch die Reserve hielt sich großartig und mischte in der Spitze kräftig mit. In der Rückrunde verlor man zwar das wichtige Heimspiel gegen die Östringer Reserve und auch beim TSV Graben gab es eine unglückliche Niederlage. Unsere erste Mannschaft schaffte dennoch punktgleich mit dem Meister TSV Östringen 1 b den Aufstieg in die erste Division. Auch Jugendleiter Köstel konnte mit seinen Jugendmannschaften schöne Erfolge erzielen. Dass die erste Mannschaft die zweite Division nur als Durchgangsstation betrachten konnte, war in erster Linie ein Verdienst von Abteilungsleiter Herbert Kornelius, der in unermüdlicher Arbeit sich für seine Truppe einsetzte. Allen Verantwortlichen war aber klar, dass man für die erste Division einen qualifizierten Trainer gewinnen müsse.
Mit Alex Kramer, einem erfahrenen Oberligaspieler vom TSV Östringen, wurde ein Spielertrainer verpflichtet, der der Mannschaft neue Impulse gab. In der Saison 1982/83 musste man wieder in der Östringen Sporthalle spielen, da die Vereine einen Antrag des TV Odenheim in Odenheim zu spielen, ablehnten. Die Runde begann ausgezeichnet, denn alle vier Auswärtsspiele wurden gewonnen. Den ersten Punktverlust gab es beim Gastspiel bei der Östringen Reserve. Gegen die TSG Bruchsal und den TV Heidelsheim gab es zwar zwei Heimniederlagen, aber dennoch gab es bei Halbzeit für die Odenheimer einen guten dritten Platz. Auch in der Rückrunde schlug sich die Kramertruppe ausgezeichnet. Die Mannschaft zeigte eine konstante Form und gewann sogar beim TV Heidelsheim.
Im Jahr 1982 wurde mit dem HC Odenheim ein zweiter in Odenheim ansässiger Handball Verein gegründet. Alle Bemühungen des Vorstandes E. Rieg und des Abteilungsleiters H. Kornelius in persönlichen Gesprächen dies zu verhindern, schlugen fehl.
Trotz der Konkurrenz im eigenen Dorf gelang es dem TV, sich in der 1. Division zu halten und Spitzenplätze in dieser zu erreichen. Daneben konnte man an den Kreispokalspielen mit Erfolg teilnehmen und den Pokal in den Jahren 1984 und 1987 gewinnen. Von 1985 bis 1988 wurde die Mannschaft von Benno Jörg aus Bretten trainiert. Er war ein tadelloser Sportsmann und leistete ausgezeichnete Arbeit. Die ganze Handballabteilung war deshalb schockiert als sie 1990 vom seinem Tod erfuhr. Er erlag auf der Spielerbank als Trainer des TV Sulzfeld einem Herzinfarkt.
Die Verbandsrunde 1987/88 verlief von Beginn an unter keinem guten Stern. Eine der spielerisch und körperlich stärksten Hallenmannschaften, die der TV je hatte, spielte von Rundenbeginn an unter ihrer Leistungsfähigkeit. Im Laufe der Verbandsrunde sackte man in der Tabelle immer weiter ab. Für das endgültige Aus und den Abstieg in die 2. Division sorgte dann das Kreisschiedsgericht. Vier Spieltage vor Rundenschluss sperrte es die gesamte 1. Mannschaft des TV für 4 Wochen. Das hatte zur Folge, dass die letzten vier Spiele für den TV als verloren gewertet wurden.
Wenn der Handballkreis gedacht hat, jetzt haben wir es den Odenheimer gezeigt vergas er dass die Odenheimer sich vieles gefallen lassen, aber keine Ungerechtigkeit von der Obrigkeit. Der Vorstand E. Rieg, Abteilungsleiter H. Kornelius, Spielwart H. Friedrich und Schriftführer H. Mahlschnee gründeten mehr oder weniger eine Sportkanzlei, vertieften sich in den Fall und legten gegen das Urteil Revision ein. Bei der Revisionsverhandlung revidierte das Verbandsgericht in diesem "Handball-Präzedenzfall" das Urteil. Der Kreis musste die Gerichtskosten übernehmen.
Die letzten vier noch auszutragenden Spiele mussten neu angesetzt werden. Von den ersten drei Spielen wurden zwei gewonnen. Bei dem vierten entscheidenden Spiel war die 2. Mannschaft des TSV Östringen der Gegner. Die "fairen" Sportkameraden der Stadt traten zu diesem Spiel mit vier Spielern Ihrer Oberliga- Mannschaft an. Trotz dieser Unsportlichkeit konnte unsere Mannschaft das Spiel offen halten, verlor jedoch in den Schlussminuten das Spiel mit zwei Toren. Die Mannschaft stieg ab.
Als die Verbandsrunde 1988/89 begann sah es für den Handball im TV Odenheim äußerst düster aus. In der 2. Division hatte man als direkten Gegner den HC Odenheim. Beide Vereine setzten alles daran aufzusteigen und den örtlichen Rivalen hinter sich zu lassen. Kein Handballfan konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass auf Odenheim 10 goldene Handballjahre zukommen sollten.
Das Training in den nächsten beiden Jahren leitete unser langjähriger Handball Freund Peter Weikgenannt. Er fand eine hoch motivierte Truppe vor. Im Verlauf der Runde kristallisierte es sich heraus, dass drei Mannschaften um den Aufstieg stritten. Es waren dies der TVO, der HCO und der TV Sulzfeld. Am Abend der TV Generalversammlung 1989 beobachtete der Spielwart Friedrich das Spiel zwischen Sulzfeld und dem HC, das mit einer Niederlage des HC endete. Er konnte danach den erfreuten Mitgliedern in der Versammlung den Aufstieg mitteilen. Bei dieser Versammlung wurde Herbert Friedrich zum Handball-Abteilungsleiter gewählt. Er bedankte sich bei Herbert Kornelius, der die Abteilung 17 Jahre lang mit viel Herz und Sachverstand geleitet hat. Dem Vorstand Mahlschnee, Kornelius und Friedrich gelang es zum Rundenschluss die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen. Der Malschenberger Manfred Mülbaier, der als Spieler in der 2.Bundesliga Erfahrung sammelte, wurde für das Jahr 1990/91 als Spielertrainer verpflichtet.
In der Saison 1989/90 gelang es unserer Mannschaft über lange Zeit, die Tabelle anzuführen. Am Ende der Runde konnte sich die Mannschaft über einen ausgezeichneten 3. Platz freuen. Mit einer konzentrierten Vorbereitung wurde die Spielrunde 1990/91 begonnen. Für die Verantwortlichen, den Spielertrainer Mülbaier, Spielwart Emil Klumpp und Mannschaftsbetreuer Reimund Bott gab es nur ein Ziel, den Aufstieg in die Badische Landesliga. Die Mannschaft startete furios in die Runde und führte nach sechs Spieltagen die Tabelle mit 12:0 Punkten an. In zwei Spielen musste man sich mit einem Unentschieden begnügen. Der Rest der Runde war für Odenheimer Handball Freunde pure Glückseligkeit. Die Handballer konnten die letzten vier Heimspiele in der neuen Schulturnhalle bestreiten. Zu diesen Spielen kamen nahezu 300 Zuschauer, kurz gesagt die Halle war rappelvoll. Mit dieser Motivation ließ die Mannschaft nichts mehr anbrennen und konnte am 14.April 1991 die Meisterschaft und den Aufstieg in die Badische Landesliga feiern.
Das Hauptziel im ersten Spieljahr Landesliga war der Klassenerhalt. Nachdem die Mannschaft den Respekt vor den großen Namen abgelegt hatte, wurden gegen den TB Pforzheim die ersten Punkte eingefahren. Der Höhepunkt der Runde 1991/92 war das Heimspiel gegen den späteren Meister und Aufsteiger die TSG Bruchsal. Dem Spiel, das mit 16:20 mit einem Sieg der TSG endete, sahen 400 begeisterte Zuschauer zu. Am Ende der Runde belegte die Mannschaft mit 26:18 Punkten den 4. Tabellenplatz. In der Runde 1992/93 bestand die Hauptaufgabe des Trainers Mülbaier die Eigengewächse des Vereins, die 1992 A-Jugend Kreismeister wurden, in das Team einzubauen. Diese Aufgabe wurde bravourös gelöst, die Mannschaft beendete die Runde auf einem ausgezeichneten 7. Platz. Leider verließ mit Torsten Rieg einer der stärksten Spieler den Verein, er stieg Jahre später als Mannschaftsführer mit der TSG Kronau in die 2. Bundesliga auf. Auf der Generalversammlung 1993 wurde Peter Schuhmacher, der als Spieler den Aufstieg in die 1. Division und Landesliga erfolgreich mitgestaltete, als Nachfolger von Herbert Friedrich zum neuen Handballabteilungsleiter gewählt.
Für den neuen Abteilungsleiter war die Situation nicht einfach, da sich mit der neuen Führungsriege auch ein kompletter Generationswechsel in der Handballabteilung vollzog. Mit Thomas Kornelius und Thomas Noe holte sich Peter Schuhmacher zwei wichtige Mitstreiter in sein Führungsteam, das in der Abteilung viele Neuerungen forcierte und installierte, aber auch bewährte Dinge wieder einführte. So wurden zunächst die Finanzen durch eine offensive Sponsorenbindung anders organisiert, die Bandenwerbung optimiert, Dauerkarten eingeführt und die aktuelle Hallenzeitschrift "Rot-Weiß-Aktuell" bei Heimspielen ins Leben gerufen. Alle diese Maßnahmen erhöhten den finanziellen Spielraum der Abteilung enorm, ohne den Gesamtverein zu belasten. Dieser neue Spielraum ermöglichte eine stärkere Förderung einer bereits tollen vorhandenen Jugendarbeit. Plötzlich war es möglich Jugendfreizeiten anzubieten oder z.B. kostenfreie Besuche beim Handball-Supercup an die Jugendlichen weiterzugeben. Auch Fanbusse zu Auswärtsspielen der 1. Mannschaft wurden kostengünstig eingesetzt. Eine durchgängig gute Ausstattung aller Mannschaften mit optimalen Trainingsgeräten und Spielbekleidung war dabei obligatorisch.
Sportlich lief es in dieser Zeit sehr gut. So belegte die erste Mannschaft in der Saison 93/94 einen hervorragenden 4. Platz und in der Saison 94/95 einen guten 6. Platz. Wichtige Meilensteine waren 1993 auch die Gründung und Aufstellung einer Damenmannschaft in der Kreisklasse, sowie die erstmalige Teilnahme der 2. Mannschaft in einem richtigen Wettkampfbetrieb in der damaligen 2. Division. Die Handballer des TV Odenheim waren in dieser Zeit ein glänzendes Aushängeschild für den Handballkreis Bruchsal. In die Jahre 1993/1994 fiel auch das 30-jährige Bestehen der Abteilung, das sportlich mit einem Freundschaftsspiel gegen die damalige 2. Bundesligamannschaft des TSV Östringen gefeiert wurde.
Auch das kulturelle Leben war umfangreich. Die Abteilung veranstaltete Jahresausflüge nach München und Bochum/Düsseldorf und der "Jahrmarktsball", der dann später in den "OktoberRock" mündete, wurde wieder eingeführt. Zusätzlich beteiligte sich die Abteilung erfolgreich und erstmals mit einem Verpflegungsstand beim Odenheimer Jahrmarkt. Nach einigen Jahren Abstinenz nahmen die Handballer wieder regelmäßig mit einem Motivwagen an den Odenheimer Faschingskampagnen teil und führten wieder die traditionellen Winterwanderungen durch. Trotz der immer stärker werdenden sportlichen Konkurrenz durch den TV/HC Odenheim, konnte der TV Odenheim seine handballerische Vormachtstellung im Ort weiterhin behaupten; dennoch wurden mit Weitsicht erste zaghafte Gespräche mit dem anderen Handballverein geführt, an deren Ende irgendwann einmal eine Fusion stehen sollte. Diese Fusion durfte das junge, wilde Führungstrio in dieser Zusammensetzung leider nicht mehr erleben, da sie aus beruflichen Gründen Mitte des Jahres 1995 die Abteilungsführung an Alexander Kramer abgaben.
Im Jahr 1995 stieg mit dem HC Odenheim ein zweiter Odenheimer Handball Verein in die Landesliga auf. Kurz zuvor sah sich die BNN veranlasst auf der ersten Sportseite einen Artikel über die "Handball-Hochburg-Odenheim" zu veröffentlichen. Die beiden Derbys konnte der TV knapp für sich entscheiden und beendete die Runde mit einem 4. Platz. Im Sommer 1996 nahmen Abteilungsleiter Kramer mit seinem Team Kontakt zu den Verantwortlichen des HCO auf. Man einigte sich auf eine Fusion unter dem Dach des TV. Die Handballer in Odenheim nehmen künftig unter dem Namen TV/HC Odenheim an den Verbandspielen teil. Für die Saison 1996/97 verpflichtete man für die 1. Herren Mannschaft den Trainer Billmaier. Die Handballer nahmen mit 3 Herren, 2 Damen sowie 5 Jugend Mannschaften an der Verbandsrunde teil. Der Trainer Billmaier hatte nun die Qual der Wahl, er musste aus 20 Landesliga erfahrenen Spielern ein Team bilden. Dies gelang vorzüglich, die Mannschaft gewann ein Spiel nach dem anderen und am 22.April 1997 berichtete die BNN den Aufstieg des TV/HC Odenheim in die Oberliga. Die Aufstiegsfeier fand in dem brechend vollen Pfarrheim statt. Nicht vergessen darf man den ausgezeichneten 4. Platz der Damen-Landesliga-Mannschaft.
An dieser Stelle ist es erforderlich drei Personen zu erwähnen, die mit ihrer Arbeit wesentlichen Anteil am Odenheimer-Handball-Wunder hatten. Es ist dies Karl Heinz Köstel, der von 1969 bis 1995 nahezu ununterbrochen Schüler oder Jugendwart des TV war. In seiner 26 jährigen Tätigkeit in diesem Amt gelang es ihm zahlreiche C-B- und A-Jugend-Meisterschaften zu erringen. Ihm der zigtausende Stunden seiner Freizeit der Jugendarbeit im Handball opferte, kann man nicht genug danken. Als sein Nachfolger trat Reinhold Mocsnek 1995 sein Amt nach der Fusion an. Er fungierte 12 lange Jahre in dieser Position und es gelang ihm ebenfalls mehrere Jugend-Meistertitel für den TV/HC zu erobern. Der dritte im Bunde ist Michael Karch. Bei dem TV und HC Odenheim hatte er wesendlichen Anteil in der Jugendarbeit. Nach der Fusion übernahm er zahlreiche Trainer-Posten im TV/HC. Der Aufbau der Mädchen Mannschaften im TV/HC ist vorwiegend sein Verdienst. Nicht namentlich erwähnt werden in dieser Chronik die dutzende von Trainer und Trainerinnen im Jugendbereich, die hunderte von Stunden Ihrer Freizeit opferten und noch opfern. Dies geschieht nicht wegen Platzmangel im Festbuch, dies geschieht nur deshalb, weil der Chronist Angst hat den einen oder anderen zu vergessen. Ihnen allen sei Dank.
Die erste Runde der Herren 1997/98 in der Oberliga verlief problemloser als befürchtet. Als Neuling in der Oberliga stand die Mannschaft zur Rundenmitte auf dem 7. Platz, in der Schlusstabelle stand der TV/HC auf Platz vier. Dieser vierte Platz in der Badischen Oberliga ist der vorläufige Höhepunkt in der Odenheimer Handball-Historie. Während der laufenden Verbandsrunde fand ein Wechsel in der Abteilungsleitung statt, Sigmund Stindel übernahm das Amt von Alex Kramer. Durch das ausgezeichnete Abschneiden der letzten Oberligarunde ermuntert, wollten die Verantwortlichen den Aufstieg in die Regionalliga ins Visier nehmen. Der TV/HC verpflichtete zwei hochkarätige Handballer nach Odenheim. Leider ging die Rechnung nicht auf. Mit M. Mülbaier und A. Kapp verließen die beiden wichtigsten Spieler den TV/HC, sie versuchten als Spielertrainer ihr Glück. Andere Eigengewächse des Vereins, J. Schroth, P. Schroth, B. Ockert und J. Hirsch, wurden abgeworben oder beendeten aus beruflichen Gründen ihre Karriere. Als sich dann zu Beginn der Runde 1998/99 herausstellte, das beide verpflichteten Spieler verletzt waren, wurde allen Handballern klar, dass man gegen den Abstieg zu kämpfen hatte. Dieser Kampf wurde verloren, am Ende der Runde stieg man in die Landesliga ab. Nach zehn sportlich erfolgreichen Jahren, mit drei Aufstiegen trat nun eine Stagnation bei den Herren ein.
Da es sich bei den benachbarten Handball Vereinen herumgesprochen hatte, dass es in Odenheim gute Handballer gibt, musste Abteilungsleiter Stindel ständig Abwerbungsversuche abwehren. Dies gelang nicht immer, denn mit Klaus Bender und Karl Nagel verließen zwei weitere Eigengewächse den Verein. Den Verantwortlichen des TV/HC gelang es trotz allem, eine gute Arbeit abzuliefern. Die Herren- und Damen-Teams spielten weiterhin in der Landesliga und bei der Jugend nahmen bis zu sieben Mannschaften an der Verbandsrunde teil. Von 2001 an stand Jens Kessler an der Führung der Handballabteilung, diese Position hatten vor ihm schon sein Vater Eugen Kessler und sein Großvater Josef Köstel inne. Im Jahr 2003 übernahm Manfred Mülbaier dieses verantwortungsvolle Amt. Diesen beiden gelang es, das Handball-Niveau in Odenheim hoch zu halten. Als die Herren 2005 nach 15 Jahren in Verbandsligen, in die Kreisliga abstiegen, gelang der sofortige Wiederaufstieg in die Landesliga. An dieser Stelle sei noch zu erwähnen, dass die beiden ehemaligen Abteilungsleiter sich nicht zu schade waren, im Jubiläumsjahr 2008 im Alter von 40 Jahren ( Kessler ) und 47 Jahren ( Mülbaier ) der Mannschaft zu helfen und sie sich bei Bedarf das Trikot der 1. Mannschaft überstreiften.
Wie Sie aus der Chronik entnehmen können, fand in den letzten Jahren ein häufiger Wechsel in der Führung der Handballabteilung statt. Da der Schreiber der Chronik den Posten des Vorstands und Handballabteilungsleiters aus eigener Erfahrung kennt, meint er sagen zu können, dass es während einer laufenden Verbandsrunde keinen zeitintensiveren Posten, als den des Handballabteilungsleiters gibt. Der Verein kann nur jedem danken, der dieses Amt übernimmt.
Der TV/HC Odenheim hat mit Steffen Blumhofer, Michael Senn, Christian Bloch sowie Thiemo Faulhaber im Jubiläumsjahr eine junge Abteilungsspitze und sieht der Zukunft optimistisch entgegen.
Im Jubiläumsjahr nehmen folgende Mannschaften des TV/HC an Verbandsspielen teil:
1. Damenmannschaft, Kreisliga
1. Herrenmannschaft, Landesliga
2. Herrenmannschaft, Kreisklasse
weibliche D-Jugend
weibliche C-Jugend
gemischte E- Jugend
Mit dem TV Unteröwisheim betreibt der TV/HC Odenheim eine erfolgreiche Jugendspielgemeinschaft in ihr spielen die Mannschaften:
männliche A-Jugend
männliche B-Jugend
Damit der Handballsport in Odenheim eine Zukunft hat werden unsere Jüngsten, die Minnis, gefördert und geschult. Es nehmen regelmäßig zwischen 20 bis 30 Kinder am Training teil.
